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Was ist das Dialogportal?

Technische Grundlagen - was ist ein CMS? Was ist Plone?

Seit 2006, also bald vier Jahren, betreibt die Hochschule, wie heutzutage fast alle Bildungseinrichtungen und Firmen, mit dem Dialogportal ein Content Management System (abgekürzt CMS). Was ist ein CMS? Zur Entstehungsgeschichte: Die "klassische" Website früher wurde von einem einzigen Webmaster betreut, der sie nicht nur erstellte, sondern auch gestaltete und regelmäßig aktualisierte. Alle neuen Inhalte gingen an den Webmaster bzw. ein Webmasterteam, dieses formatiert sie, ordnet sie ein in die Struktur der Website, die in einem Ordner auf einem lokalen Rechner gespiegelt wird und lädt sie dann im zweiten Schritt hoch auf den Server. D.h aber, dass einige wenige Spezialisten das Internet gestalteten und Inhalte publizierten, während die große Masse diese Inhalte wie etwa eine Zeitung nur aufrief, betrachtete. (Das Phänomen der hobbymäßig erstellten "privaten Homepages" mal ausgeklammert, das oft zu für Firmen unzureichenden optischen und funktionalen Ergebnissen führte... ) Ende der 90er Jahre, wo mit wachsender Leistungsfähigkeit der Internetanbindungen (größere Bandbreite, bezahlbarer up- und download) interaktive Anwendungen im Netz immer häufiger wurden (Stichwort "Web 2.0") wurde der Wunsch von Kunden, also z.B. Firmenangehörigen stärker, ihre Inhalte selbst ins Netz zu stellen bzw. aktualisieren zu können. Der "Umweg" über den Webmaster bei jeder kleinen Änderung wäre in diesem Fall nicht mehr notwendig.

Um das zu ermöglichen, war es nötig, den Content von Struktur und Design der Website zu trennen – nur für letzteres ist bei einem CMS der Webmaster zuständig, für die eigentliche Administration (also dass etwa Buttons und Menüs tun, was sie sollen, Farbgebung und Layout einheitlich ist etc.). Für den Inhalt, der sich auch viel häufiger ändert, ist dagegen der Kunde selbst verantwortlich. Bzw. in Firmen gibt es meistens drei Gruppen bei der Entwicklung eines CMS, ein Team für Programmierung, eines für die Grafik und dann die größte Gruppe, die den Inhalt gestaltet. Der Content in CMS-Webseiten wird ohne HTML-Kenntnisse und ohne Umweg über einen Webmaster dezentral in einer Art Online-Redaktionssystem aktualisiert, dessen Benutzeroberfläche ähnlich wie z.B. Word funktioniert.
Die Architektur dahinter ist natürlich ungleich viel komplizierter als bei herkömmlichen Websites, man benötigt z.B. eine Datenbank mit Nutzerverwaltung und ein Rechtemanagement (es dürfen ja nicht alle alles bearbeiten), das man früher nur innerhalb von lokalen Firmennetzwerken kannte.

Bekannte freie CMS, die das leisten sind z.B. typo3, Joomla oder Drupal sowie Plone, das wir an der Hochschule benutzen. Wir haben uns, ebenso wie die TU München (die allerdings eine noch stärker weiterentwickelte und angepasste Version benutzt) und der CIA :-), für Plone entschieden, weil es neben typo3 das größte und weitverbreitetste OpenSource-CMS ist mit einer entsprechend großen Community, die es ständig weiterentwickelt. "Open Source" bedeutet, der Quellcode ist nicht geschützt, jeder kann die Software weiterentwickeln und anpassen (faktisch organisieren sich die Entwickler ähnlich wie bei Linux-Distributionen innerhalb einer Community). Jeder darf Plone kostenlos nutzen. Auch Facebook, StudiVZ, myspace und Youtube sind CMS, allerdings eben speziell von und für eine Firma entwickelte, einzigartige CMS mit geschütztem Quellcode.
Allen freien größeren CMS gemeinsam ist, dass es ein Basispaket gibt, welches dann durch tools erweitert wird, z.B. gibt es verschiedene Arten von Forentools, verschiedene Arten von Tools für Bildergalerien etc. Die Mitglieder des Dialogteams sind unter anderem mit der Recherche, Auswahl, dem Testen und Anpassen interessanter Tools/Produkte (Übersicht Plone Products) befasst.

Eine Besonderheit von Plone ist, dass das sogenannte Backend und das Frontend eng miteinander verknüpft sind. Das Backend ist quasi der "Hinterhof" einer Webseite, d.h. man loggt sich - z.B. bei typo3 - mit separatem Zugang ein in einen Bearbeitungsbereich, das eigentliche Redaktionssystem und kann dort Bereiche bearbeiten. Dieser Bearbeitungsbereich sieht aber bei vielen CMS deutlich anders aus als das, was man als Nutzer im Frontend, beim Aufrufen der Seite sieht. Bei Plone dagegen hat man nur einen einzigen Login, mit dem in bestimmten Bereichen, für die man Bearbeitungsrechte hat, zusätzliche grüne Reiter sichtbar sind. Bearbeitet man eine Seite im Editor, so sieht man 1:1, wie die Seite aussehen wird, die man erstellt hat.

Auch Plone besitzt natürlich eine Art "Backend", das Zope-Management-Interface (Zope = unter Plone liegender objektorientierter Applikationsserver), in dem z.B. in TAL/METAL und html verfasste Vorlagen-Dateien liegen (templates) sowie Python-Skripte (Python ist die Programmiersprache, in der Plone und Zope geschrieben sind und die auch in templates auftauchen kann) und Stylesheets - dieses Backend interessiert aber tatsächlich nur eine Handvoll Admins ;-).

Die Hochschule betreibt neben dem Dialogportal mit über 2000 Nutzeraccounts (Studierende, Lehrende und Alumni) noch ein zweites davon unabhängiges Portal, die offiziellen Hochschulseiten, das eine eigene, kleinere Nutzerverwaltung für den Lehrkörper besitzt. Beide Portale werden auf den Servern des Leibniz-Rechenzentrums gehostet, das  netterweise sowohl regelmäßige Backups durchführt als auch einen Plone/Zope-Support zur Verfügung stellt.

Im Namen des gesamten Teams, Maria Schwartz


erstellt von Maria Schwartz zuletzt verändert: 15.04.2010 20:30
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