Header Dialogportal Linie
Sie sind hier: Startseite Im Studium Archiv WiSem 2011/12 Hauptseminare Reder

Reder

Freiheit und Gleichheit. Sozial- und Rechtsphilosophie bei Montesquieu, Rousseau und Tocqueville.

Materialien
Veranstaltungstyp Hauptseminar
Schwerpunkte Mag: F3, F8, F11 // ZEP: A // ZGS: A
Module BA: III/2
Vorlesungsnr. 26
Dozent Michael Reder
Zeit Donnerstag 15–17 Uhr
Stundenzahl 2-stdg.
Raum Seminarraum 3
Zum Abkürzungs-Verzeichnis der Studiengänge und Fachschwerpunkte
Status: Nicht eingeloggt. Skripten und Foren sind erst nach Anmeldung sichtbar!

Thematik

Die philosophische Reflexion über Freiheit und Gleichheit und über das Verhältnis zwischen beiden gehört zu den Kernbereichen der Sozial- und Rechtsphilosophie. Montesquieu, Rousseau und Tocqueville haben im 18. und 19. Jahrhundert von unterschiedlichen Standpunkten aus wichtige Impulse für die Diskussionen darüber gegeben. Sie stehen stellvertretend für drei zentrale Grundlegungen eines modernen Gesellschafts- und Demokratieverständnisses.

Montesquieu beschäftigt sich, vornehmlich handlungstheoretisch orientiert und aus einer liberal geprägten Perspektive, mit der Ausgestaltung des politischen Systems (z.B. Regierungsform, Gewaltenteilung). Welche Rolle die Freiheit und Gleichheit der Bürger im politischen System spielen, ist einer seiner Kernfragen. Rousseau wiederum fragt vor dem Hintergrund einer tief greifenden Gesellschaftskritik wie einerseits die Freiheit des Individuums gewährleistet werden kann und andererseits die Bürger in gesellschaftliche Prozesse eingebunden werden können. Der Gesellschaftsvertrag, den er entwirft, nimmt daher eine anders ausgerichtete Bestimmung der beiden Pole von Freiheit und Gleichheit vor. Tocqueville schlussendlich hat Mitte des 19. Jahrhunderts mit seinen Analysen zur Demokratie in Amerika das Nachdenken über das Verhältnis von Freiheit und Gleichheit noch einmal weiterentwickelt. Es geht ihm u.a. um die Frage, wie die Beteiligung der Bürger vor dem Hintergrund der veränderten gesellschaftlichen Situation neu ausgestaltet werden kann (Assoziationen) und was die (freien) Bürger in einer modernen Gesellschaft zusammenhalten kann.

Ziel

Das Seminar will die Frage nach den sozial- und rechtsphilosophischen Grundlagen der modernen Gesellschaft und Demokratie mit Blick auf drei wichtige philosophiegeschichtliche Bezugspunkte analysieren und diskutieren. Dabei soll einerseits ein Einblick in die philosophische Debatte des 18. und 19. Jahrhunderts gewonnen werden. Andererseits werden mit der Analyse der drei Autoren auch Grundthemen und -linien der Sozial- und Rechtsphilosophie insgesamt deutlich. In diesem Sinne verfolgt die Beschäftigung mit den drei Philosophen ein systematisches Interesse zur Bestimmung dieser philosophischen Disziplin.

Methode

- Für jede Sitzung: Verpflichtende vorbereitende Lektüre eines Textes
- Diskussionen der Studierenden zum Text vor der Seminarsitzung in einem Forum im Dialogportal
- Ein/e Student/in führt kurz in der Seminarsitzung in diesen Text ein (ca. 10 min)
- Gemeinsame Rekonstruktion der Argumente und Diskussion des Textes in der Seminarsitzung

Voraussetzungen

Interesse am Thema und Bereitschaft zur Diskussion

Qualifikation

- Teilnahme: Anwesenheit, Lektüre der Textgrundlage, Teilnahme an der Forumsdiskussion
- Schein: Übernahme eines Kurzreferats; für jede Sitzung einen Beitrag im Forum spätestens am Vortag der Sitzung; Hausarbeit

Zielgruppe

Studierende im Bachelor- sowie Haupt- und Promotionsstudium, Studierende der Zusatzstudien, Gasthörer.

Literatur

- Alexis de Tocqueville. Über die Demokratie in Amerika. Stuttgart: Reclam, 2011.
- Charles Louis de Secondat Montesquieu, Vom Geist der Gesetze. Stuttgart: Reclam, 1989.
- Jean-Jacques Rousseau. Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts. Stuttgart: Reclam, 2011.
- Jean-Jacques Rousseau. Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den
Menschen. Stuttgart: Reclam, 1998.

Anmerkung der Kanzlerin

Voraussetzung sowohl für den Erwerb eines qualifizierten Scheins als auch für die Ausstellung eines Teilnahmescheins (»Sitzscheins«) ist, dass Sie regelmäßig am Seminar teilgenommen haben, d.h. Sie haben bei wöchentlichen Sitzungen ­höchstens bei zwei Terminen entschuldigt gefehlt.

Wenn nicht anders mit dem/der Seminarleiter/in vereinbart, ist der letzte Abgabetermin für Ihre Seminararbeit im WiSe 2011/12: Freitag, 16. März 2012 und im SoSe 2012: Freitag, 14. September 2012. (Bitte sorgen Sie dafür, dass Sie den Seminarschein rechtzeitig zur Prüfungsanmeldung vorliegen haben!)


erstellt von Cecylia Milewski zuletzt verändert: 27.09.2011 08:19